2009 Kinetism

Angeregt durch eine Klanginstallation von Alvin Lucier aus den 1960er Jahren, widmete sich Luca Forcucci dem durch Gehirnströme gesteuerten Musikmachen. Ausgehend von der Mikroskopaufnahme eines Neurons, versuchte Forcucci in etlichen Tests die visuelle Ebene in eine akustische umzuwandeln. Die Sound-Skulptur „Kinetism”, die während des Aufenthalts am Brain Mind Institute (BMI) der EPFL Lausanne entstanden ist, untersuchte die Wahrnehmung unserer täglichen Klangräume und hob den Unterschied zwischen dem Begriff des Hörens, einer physiologischen Fähigkeit, und dem Begriff des Zuhörens, eines psychologischen Akts, hervor (Roland Barthes, 1985). „Kinetism” lud die Zuhörer zu einem Klangspaziergang ein, der die Dialektik zwischen der internen und externen Wahrnehmung von Raum durch Klang erfahrbar macht: der Klang des eigenen Körpers (interner akustischer Raum), der überwiegend unbewusst stattfindet, und die Geräusche der Stadt (externer akustischer Raum). Die Sound-Installation beschäftigte sich mit der Frage, wie wir unseren Körper wahrnehmen und liess den Besucher eine Art „out of body experience“ erleben.